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Back Home Again!

August 21, 2008

So liebe Leute!

Nach einer mehr oder minder schlaflosen Nacht am Aeroporto de Palma de Mallorca sind K. und ich nun endlich wieder im Lande! Nachdem der gestrige Tag nun mehr oder weniger vollständig zur Regeneration und Erholung diente (und sowas nach dem Urlaub, haha!) sind wir heute wieder voll einsatzfähig!

Und ich denke, heute werden auch noch die ersten Tagebucheinträge hier veröffentlicht werden (;

Bis dahin
Chris

Update: Da WordPress ein nettes Feature hat, mit dem man das Veröffentlichungs-Datum verändern kann, werde ich die Artikel passend zum jeweiligen Tag “veröffentlichen”, also quasi posthum!
Dazu passend: Now playing: Carcass – Reek Of Putrefaction (Album), zum einen als kleiner Kontrast zu 2 Wochen spanischer Popmusik, als kleine Homage an den Welt Kompakt-Artikel “60 Jahre Vinyl”, die wir auf dem Rückflug zu lesen hatten und schon mal als kleinen Vorgeschmack auf eine mallorquinische Bekanntschaft, die wir schließen durften (;

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Kurzes Intermezzo

August 12, 2008

Holla!

Gerade habe wir den Weg durch die Hölle bestritten (ha, ich habe das “Ö” auf einer spanischen Tastatur gefunden DachDach) – 34 Grad Celsius im Schatten sind echt kein Zuckerschlecken für den mitteleuropäischen Normalmenschen und genannter Zucker würde auch karamellisieren…
Aber nun sind wir in einem Internetcafé, wo wir für unglaublich günstige 2 Euro die halbe Stunde surfen können. Und ca. 9 Minutos haben wir noch, also schnell:

Kaum waren wir mal am Meer, hat K. den einzigen Stein an diesem Strand gefunden – mit Ihrem Zeh! Resultat: Wir durften eine deutsche Arztpraxis in Palma kennenlernen (Dr. Fleischhauer – wie passend) und uns den Spass 120 Euro für 10 Minuten behandlung kosten lassen…
Mittlerweile geht es dem Zeh aber wieder halbwegs besser, aber beim entfernen des Verbandes musste sich K. mit dem Messer noch in den Finger schneiden…

Wir haben schon einige Orte gesehen, Palma de Mallorca – Cala Major – Cala Rajada – Canyamel – Cala Millor und nun sind wir für weitere 3 Tage noch in Portocristo. Mal sehen, wo es uns danach hin verschlägt… Auf unserer Reise haben wir so einige Hotels und Hostals gesehen und uns immer ein wenig gesteigert. Von total versiffter Kakerlackenbude bis hin zum 2 Sterne Hotel haben wir (fast) alles gesehen! In der (!!!) Touristenhochburg Cala Millor, in der es NUR 3 und 4 Sterne Hotels gibt, haben wir unser Zelt vor (!) einem 4-Sterne-Hotel aufgeschlagen (was uns der Portier auch mehr oder minder geraten hat, haha) – DAS ist mal Punk!

So, noch drei Minuten, ich veröffentliche mal, bevor die Zeit abläuft… Details folgen definitiv, ich habe alles fein niedergeschrieben! Bis die Tage, K. und Chris

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Montag – Tag 6 – Reborn In … Nuclear Winter?

August 11, 2008

Total gerädert von der Nacht stehen wir mit wenig effektivem Schlaf relativ früh auf. Dabei fällt uns auf, dass wir bisher IMMER an einer Straße geschlafen haben – und fragen uns, wo es nun lauter war: Im La Mimosa oder hier im Zelt an der Hauptstraße?

Da wir die Nacht ohne sanitären Anlagen oder Wasser verbracht haben, haben wir den ersten Bus sausen lassen, um erstmal was zu Essen und zu trinken zu kaufen, danach aber schnell in den Bus nach Portocristo, wo wir ein paar Tage länger verweilen wollten!

Zu Portocristo können wir unserem Touristen-Führer nur recht geben (an dieser Stelle sollte nun ein Zitat aus dem Führer stehen, aber ich habe das Buch aktuell nicht zur Hand…):
Portocristo ist eine Touristen-Stadt – im Niedergang!
Überall sieht man leerstehende Stände, Touristenbuden und Kaufläden. Die Hotels zerfallen langsam, ebenso wie einige Privathäuser, an denen graffitygleich “Zu Verkaufen” mit Farbe an die Wand gesprüht wurde. Teilweise entsteht bei mir die Atmosphäre wie in us-amerikanischen postapokalyptischen Szenarien nach den Fallout-Fantasien der 50er!

Wir selber sind laut Karte weit außerhalb von Portocristo in einem Hostal untergekommen, direkt bei den Coves del Drach (in Wirklichkeit waren es 35 Minuten Fussweg zum Strand / Zentrum). Direkt um die Ecke war auch das Aquarium von Portocristo – ebenfalls im Niedergang: seit mehreren Jahren kaputt und geschlossen, die Tiere, die man von außerhalb in den Freigehegen erahnen kann leben in dreckigen Sumpflandschaften.
Dafür waren aber auch die etwas romantischeren Klippen und der Leuchtturm nur einen Katzensprung entfernt – wie auch wieder eine Horde wilder Katzen. Zugegeben, die Klippen wären etwas romantischer gewesen, wenn sich dort nicht die Jugendlichen mit ihren aufgepimpten Karren getroffen hätten, wie es der Eschweiler vom Blausteinseeparkplatz her kennt…

In unserem günstigen 2-Sterne-Hotel wollten wir uns aber erstmal von all dem nicht stören lassen, sondern die nächsten 4 Tage entspannen und von der bisherigen Reise erholen! Auch wenn wir mit unserer Anwesenheit unsere Hotelfachfrau wohl etwas gestreßt haben… sie sah ziemlich mürrisch aus! Was aber auch an der Gruppe behinderter Franzosen liegen kann, die ebenfalls in unserem Hotel Urlaub gemacht haben…

Abends haben wir den Ort selber etwas detailierter erkundet und dabei unseren ersten Taggecko an einer Mauer einer Villa gesehen! Und etwas sehr komisches: Scheinbar haben die in Portocristo keine roten Ziegel für die Straße verwendet, sondern graue. Und die dann rot gemalt! Aber so schlecht, dass sie sogar stellenweise die Straße angemalt haben!

Zu Abend haben wir dann bei einem kleinen, etwas abseits gelegenen Chinesen gegessen, der komischerweise keine Gäste im Lokal hatte – dafür aber verdammt leckeres Hähnchen in süßer Limonensauße! Mjam!!

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Sonntag – Tag 5 – Adventure Day!!

August 10, 2008

Erstmal haben wir den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und dem Checkout im Hostal verbracht. Dabei habe ich noch lange mit der ausgesprochen freundlichen Hostalbesitzerin gesprochen, die ihre Arbeit wirklich liebt und hofft, dass der Mietvertrag des Hostals in der nächsten Season verlängert wird. Anschließend gab sie mir noch ein paar Tipps zu Orten, Stränden und anderen nationalen Begebenheiten.

Anschließend sind wir zur Buss-Station gelaufen, von wo aus wir eigentlich nach Canyamel wollten. Doch weil Sonntag war, fuhren keine Busse von Cala Rajada nach Canyamel, sondern nur einen Ort weiter nach Cala Millor.
Als der Bus kam, wollte ich den Busfahrer fragen, ob er nach Canyamel fährt, oder ob von Cala Millor ein Bus nach Canyamel fährt. Das Gespräch sah ungefähr wie folgt aus, nur halt auf Spanisch:
Er: “Wohin Bitte?”
Ich: “Fahren Sie über Canyamel?”
Er: “Nein, nur direkt nach Cala Millor!”
Ich: “Von Cala Millor nach Canyamel…”
Er: “Nein, da fahren keine Busse!”
Ich: “Zwei Mal Cala Millor, bitte!”
Er: “Es fahren aber keine Busse von Cala Millor nach Canyamel!”
Ich: “Ja” – hier sei erwähnt, dass ich eigentlich kein Spanisch spreche. Mein “Si” sollte soviel heißen wie “Ja, ich habe verstanden, mag aber dennoch nach Cala Millor.”
Er: “Nein!”
Ich: “Ja!”
Er: “Nein!”
Ich “Ermmm… zwei mal nach Cala Millor?”
Er: “Es fahren aber keine Busse von Cala Millor nach Canyamel!”
Ich: “Ja!”
Er: “Nein!”

Zum Glück hat eine Mitfahrerin wohl meine Intention verstanden und wir durften endlich in dem Bus zum genervten Fahrer einsteigen und Richtung Cala Millor fahren.
Als wir in der Mitte zwischen Cala Rajada und Cala Millor waren, wollte ich den Busfahrer fragen, ob eine Haltestelle nähe Canyamel ist, von der man aus wandern könne. Nun scrollt bitte hoch und lest den Dialog nochmal mit leicht abweichender Ausgangsfrage!
Zum Glück (s.o.) hat ein etwas kräftigerer Mitfahrer unsere Lage erkannt und für uns übersetzt. Schlussendlich wurden wir an einem Kreisverkehr, 6km von Canyamel entfernt aus dem Bus gelassen und mit den Worten verabschiedet: “Wenn ihr das nächste Mal nach Spanien kommt, lernt vorher Spanisch!”

So, nun waren wir da: 13:00h, 34°C im nicht vorhandenen Schatten, mitten in der Pampa von Mallorca, nur Felder um uns herum. Einheimische machen nun alle Siesta. Und dennoch haben wir einen Radfahrer getrofen. Einen Deutschen!
Ungefähr eine Stunde und mehrere im wahrsten Sinne des Wortes verbrannte Kalorien später waren wir am nächsten Kreisverkehr, zum Glück mit einem kühlenden Brunnen in der Mitte. Von hier aus ging es einmal nach Plaja Canyamel und zum anderen nach Urbanisacion de Porta de Canyamel. Wohin denn nun?

Okay, Plaja heißt Strand, also sind wir erstmal nach Plaja Canyamel gewandert – von unserer Aktuellen Position aus eine Strecke wie zwischen Eschweiler und Dürwiss…
Erstmal trifft uns der Schlag, als wir potentielle Hotels sehen: Alles hochgebaute Klötze mit mehreren Sternen! Naja, egal, erstmal zum Strand, weswegen wir eigentlich hier sind!
Doch am Strand stellt sich raus: Das ist gar nicht der Strand, zu dem K. wollte! Kurz bei der Mutti gemeldet, die uns das mitteilte, was wir beinahe geahnt haben, wir müssen zum anderen Canyamel!
Also zurück, diesmal eine Strecke wie zwischen Eschweiler und Neu-Lohn, mit Steigungen und allem drum und dran!

In Urbanisacion [...] wird es nicht besser: Überall nur Villen und nur eine Bar, keine Hostals oder Hotels. Dafür war der Strand genau der Strand, den K. besuchen wollte!
Nach einigen Stunden am Strand und im Wasser wollten wir dann aber doch ein Bettchen für die Nacht haben!

Also wieder zum Ortseingang von Plaja Canyamel und dort auf dem Hotelführer nach was geeignetem geschaut, sieh an, da ist ein Hotel mit nur einem Stern, also hin! Vor dem Hotel angekommen müssen wir feststellen, dass das Hotel FÜNF Sterne hat. Da hat wohl einer am Ortseingang die Sterne abgekratzt…
Okay, alles eindeutig über unserer Preisklasse… Also schauen wir, dass wir einen Ort weiter kommen, nach Cala Millor! Ein Einheimischer hat uns dann für nen Zehner in die nächste Stadt gefahren…

… vom Regen in die Traufe! Hätte ich mal den Reiseführer besser gelesen, dann hätte ich gewusst, dass Cala Millor DIE neue Touristenanlage ist. Lauter hochgebaute 4 und 5 Sterne Hotels, die Nacht erleuchtet wie in Las Vegas, die Touristen asozial wie Sau: “So ein wiederliches Pack, RUCKSACK-Touristen!!” – und ähnliches durften wir uns anhören… Da sieht man, was passiert, wenn Mama und Papa einem zu viel Geld in den Arsch schiebt, man wird sozial inkompatibel und toleranzfern! DAS ist “Pack”! DU bist Deutschland!

Egal, da wir weder ein freies Hotel, noch eins in unserer Preisklasse ausfindig machen konnten, haben wir einfach unser Zelt vor einem 4-Sterne-Klotz auf einem Baugrundstück aufgebaut und dort die Nacht verbracht! Morgen sollte es weiter nach Portocristo gehen, wo wir ein paar Tage verbringen wollten….

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Samstag – Tag 4 – Waschtag!

August 9, 2008

Das Frühstück war okay, die meisten deutschen Touristen saßen in der Bar und haben Olympia geschaut. Nach dem Essen wollten wir uns den groß im Mallorca Magazin angekündigten Wochenmarkt ansehen. Wie zu erwarten in einer Touri-Stadt, war es ein typischer Touristen-Markt: Taschen, Schmuck und Kitsch, so weit man schauen konnte!
Nur eine kleine Ecke war noch “normaler” Wochenmarkt, mit Obst, Gemüse und Schweinebeinen. In diesem Teil des Marktes war die Hauptsprache auch abrupt wieder Spanisch…

Auf dem Rückweg vom Markt sind wir noch schnell in den deutschen (!!) Supermarkt gegangen um einige Hygieneartikel zu kaufen. Und Rei in der Tube!! Dreimal dürft ihr Raten, was dann war… Richtig, Waschtag!! Und da wir an unserem kleinen Einzelzimmer einen kleinen Balkon hatten, konnten wir auch auf der dort gespannten Wäscheleine unsere Sachen zum Trocknen aufhängen!

Nachmittags habe ich dann K. am Strand von Cala Gat abgeladen und mich selber in die Pinienwälder von Cala Rajada gestürzt, zum Bughunting!!

Wie anfänglich erwähnt, war mein Hauptziel die Jagd auf Skolopender und Skorpione. Und da sich Skolopender meist unter Steinen verstecken, habe ich in dem Pinienwald auch alle Steine umgedreht, die mir vor die Quere gekommen sind! Dabei habe ich wohl Krieg mit jedem Ameisenstaat von Ostmallorca angezettelt, denn unter jedem (!!!) verdammten Stein in Mallorca findet man einen kompletten Ameisenstaat! Inklusive Königin und Larven. Sonst nix!!
Was sich aber in den Büschen immer wieder finden lies, waren Grashüpfer, Heuschrecken und Grillen. Verschiedene kleinere Springspinnen und Schnecken konnte ich ebenfalls am Boden ausmachen.
Interessantester Fund des Tages war eine kleine, ca. 3mm körperlange Spinne, die komplett silbern war! Nicht grau, sondern richtig reflektierend silbern! Sowas habe ich noch nie gesehen!
Die Pleite des Tages in Sachen hundertfüßerfang schiebe ich einfach mal auf den trockenen und kargen Bodengrund zu der ungünstigen Jahres und Tageszeit… )=

Zum Abendessen sind wir dann zum “Italiener” gegangen: Ein deutsches Paar, dass sich hier auf Mallorca niedergelassen hat, um sich mit einer Pizzaria selbstständig zu machen. Nur gibt es einen Haken bei der Sache: Beide können keine Pizza machen!
Gestern abend waren wir gegen 22:30h schon mal hier und wollten was essen, da meinte Er: “Unser Pizzabäcker ist schon weg, es gibt keine Hunde mehr!” – Er meinte wohl Runde Pizzen, es gab nur noch eckige Stücke, fertig vom Blech.
Heute abend (ca. 19h) hieß es: “Entschuldigung, unser Pizzabäcker kommt erst um 23h!” Tolle Wurst! Nunja, nehmen wir eben vom Bleck… und fragen mal, wie das Leben als Selbstständiger auf Mallorca ist! – “Anstrengend! Teilweise arbeiten wir 12h am Tag und nun haben wir mal wieder Probleme mit unserem Pizzabäcker…”
Gut, dass man in Deutschland als Selbstständiger nur 20h die Woche Arbeiten muss und ohne Pizzakenntnisse eine Pizzaria leiten kann! Du bist Deutschland, die zweite….

Naja, Preis-Leistung für unser Abendessen war aber in Ordnung: 10 Euro für 3 Stücke Pizza und 2 Getränke, die wir an der Strandpromenade auf einer Mauer an einer Klippe zu uns genommen haben….

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Freitag – Tag 3 – The only real Problem…

August 8, 2008

The only real problem with Cala Rajada is finding accommodation. the town is a favourite German package resort and in high season you’ll be lucky to find a room

- Soweit unser neu erworbener Reiseführer “The ROUGH GUIDE to Mallorca & Menorca” über unseren aktuellen Reiseaufenthaltsort… Aber von Vorne:

Nach dem Frühstück und Checkout aus dem Hostal La Mimosa sind wir erstmal zürück nach Palma de Mallorca gefahren, weil von dort aus alle Bussverbindungen zusammenlaufen und weil dort auch das deutsche Ärzte-Zentrum von Mallorca liegt, K. hat sich ja bekanntlich den Zeh verletzt
Wir haben uns für den Allgemeinmedizinier Dr. Fleischhauer entschieden, wo K. sehr schnell zur Behandlung kam und wir äußerst nett behandelt wurden. Nach 10 Minuten und einer Fixierung des verletzten Zehs wurde K. dann 2 Tage Schonung angeraten, weil es sonst zu längerfristigen Komplikationen kommen kann. Die Sprechstundenhilfe des Arztes hat uns dann o.g. Reiseführer entfohlen, in dem auch Unterkünfte auf der Insel aufgelistet sind und auch noch mal selber nach einem eventuell freien Hostal telefoniert.
Insgesamt hat der Spaß 120 € gekostet, die die Krankenkasse aber zurückerstatten sollte… Mit der Bitte ihn doch eventuell weiterzuempfehlen, hat uns der Doktor persönlich nach draußen begleitet…

Leider war in Palma selber kein Hostal oder Hotel mehr frei, also dachten wir uns: “No Risk, No Fun!” Und wir wollten nach Cala Rajada fahren, um dort einen Schlafplatz zu finden! Wir hatten gerade 13:45h, der letzte Bus war vor 15 Minuten gefahren, der nächste kommt um 17:30h, genug Zeit, um noch den empfohlenen Reiseführer irgendwo zu erwerben! Sprich: K. am Placa Espanya abgesetzt und nach einer Buchhandlung gesucht!
Hier kommt zu erwähnen, dass unser kompletter Tagesrhythmus NICHT konform ist, mit dem spanischen! Denn: In der Zeit von 13:00h bis ca. 17:00h ist dort Siesta-Zeit und fast alle Geschäfte sind geschlossen!
Dennoch konnte ich in den gut 3h Zeit drei Buchhandlungen in der Stadt finden und u.a. eine rein deutsch/englische Buchhandlung, die mir später auch den Reiseführer verkaufen sollte.
Dabei bin ich auch über einen Laden gestolpert, der sich El Astronauta schimpft und in seinem Fenster mit “Thrash, Death, Grind, EBM, Industrial & Porn” geworben hat. Dazu aber später mehr, wenn wir den Laden auch betreten sollten…

Auf dem Placa Espanya haben wir dann noch einen weiteren Rucksacktouristen getroffen. Er hörte auf den Namen Andy, kam aus Amerika und war schon zwei Wochen auf Mallorca gewesen. Er hat vorher auf dem Festland von Spanien ein wenig Spanish gelernt und dann hier erprobt. Sein nächster Halt auf seiner Tour war Österreich und dannach wollte er vielleicht nach Italien.
Er hat uns von der kleinen, versteckten und Touristenfreien Bucht Cala Varques erzählt, an der er 5 Tage gecampt hat, und wir eigentlich dannach auch hinwollten…
Später haben wir noch ein San Miguel getrunken und im deutsch/englischen Bücherladen habe ich ihn dann bei der Auswahl eines Romanes zurückgelassen, damit wir noch unseren Bus nach Cala Rajada bekommen…

Wir haben Freitag Spätnachmittag und selbstverständlich sollten wir nicht die einzigen bleiben, die nach Cala Rajada wollten, sondern auch ein ganzer Haufen (scheinbar ebenfalls deutscher) Touristen, die u.a. bewaffnet mit Eimer und Stohhalmen den Bus stürmten. Schnell war der Standardbus voll und eine Hand von Leuten wurde gebeten auf den nächsten Bus zu warten. So oder ähnlich, weil der Busfahrer sprach nur Spanisch, dennoch bin ich (und K. auch) der Meinung, man konnte seine Worte und Gesten interpretieren. Andere deutsche Tussen waren aber anderer Meinung: “Was soll der Scheiß denn?? Nicht mal deutsch kann der Typ, so eine Unverschämtheit! Das ist ja wohl das Mindeste, was man hier auf Mallorca erwarten kann!” – Verdammt, so schnell schämt man sich für sein Herkunftsland. DU bist Deutschland!
Egal, denn ein Ersatzbus wurde schneller gestellt, als diese Tussen auf ihren High Heels überhaupt einsteigen konnten, und ab ging es in einem Bus mit gerade mal ca. 8 Personen auf die gut 2 stündige Fahrt nach Cala Rajada über Artá und Capdepdera.

In Cala Rajada angekommen, standen wir aber immer noch vor dem gleichen Problem: Wir brauchten ein Zimmer für die Nacht! Also haben wir den neu erworbenen Reiseführer aufgeschlagen und mindestens 10 Hostals durchtelefoniert – ALLE voll belegt! Durch viel glück konnten wir aber ein freies Einzelzimmer in Hostal Bonzo ausmachen und für 2 Nächte belegen!
In der Stadt waren super viele deutsche, jugentliche Touristen, insgesamt fühlte man sich abends ein wenig an die Bilder erinnert, die man auf luxemburgischen Fernsehstationen von s’Arenal sieht…

Wir haben uns zum Abendessen ein wenig abseits der Hauptverkehrs- und Party-Zonen bewegt und in einem relativ “einheimischen” Lokal zu abend gegessen. Die anwesenden Personen sprachen alle ausschließlich spanisch, es lief sowas wie das spanische “Top Of The Pops” im Fernsehen und die Speisekarte war auf spanisch. Nach 2 Essen und 4 Getränken für 20 € inkl. Tipp haben wir dann den kleinen Strand Cala Gat augesucht, der ein wenig abseits liegt und sehr heimelig wirkt! Wenn “El Gato” der Kater ist, dürft ihr raten, was Cala Gat heißen könnte… Richtig: Katzenbucht! Und eben solche Tiere konnten wir dort auch antreffen, richtig zutrauliche Tierchen (;

Abends in der Bar des Hostals haben wir noch einen deutschen Speedboat-Fahrer getroffen, der mit Touristentouren sein geld verdient. Der Typ hat uns aber direkt als nicht ganz passende Klientel eingeschätzt und uns daher eher einige nette Plätze in den Bergen und Wäldern empfohlen, was uns mit Sicherheit mehr interessieren würde – von einem der Plätze in den Bergen hat er die Koordinaten auf den Unterschenkel tattoowiert, weil er selber so begeistert davon ist!

Das Zimmer selber war sauber, sehr aufgeräumt und war alleine durch das private Badezimmer sehr sympathisch, haha! Das Bett war zwar (weil eben Einzelzimmer) etwas eng für zwei, aber das ging schon!

Problem des Tages:
K.’s Geldkarte hat bei der spanischen Santander-Bank Probleme gemacht. Angeblich hätte sie das Tageslimit an Geld bereits abgehoben – obwohl diese Karte seit mindestens 4 Tagen nicht mehr benutzt worden war!
Meine Karte hat hingegen ohne Probleme funktioniert und sollte uns die nächsten Nächte ein Dach über dem Kopf gewährleisten…

Ach ja: Dreimal dürft ihr raten, wo Dieter Bohlen nun lebt…. Genau, in Cala Rajada!

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Donnerstag – Tag 2 – Hals und Beinbruch?

August 7, 2008

Wie bereits “gestern” geschrieben, gab es in unserem “All Inclusive”-Paket des Hostals neben Frühstück auch kostenfreie Internetnutzung! Dafür hat der Hostal-Betreiber extra 3 Computer in einem kleinen Raum aufgestellt. Am ersten PC saß ein anderer Gast. Der zweite Rechner hat mich mit einem spanischen Taskmanager beglückt, den ich nicht verstanden habe, haha! Und schlussendliche hat die letzte Kiste, mit einer Xandros-Linux-Distribution uns ins Internet gelassen!
Endlich im Internet haben wir uns die Bus-Verbingung von Palma nach Cala Rajada rausgesucht, wo wir morgen hin wollten. Noch wärend des Suchens im WWW durfte ich in dem Hostal meine ersten mallorquinischen Schaben sehen: ca. 4cm lang, bräunlich und mit Flügeln, meinen Blaptica Dubia gar nicht so unähnlich…
Von Cala Rajada aus (80 km weg von Palma in der nordöstlichen Ecke von Mallorca) wollten wir südlich an der Küste endlang nach Portocristo / Cala Varques wandern.

Die Nacht in dem Hostal war grausam, unser Zimmer war direkt an der Hautpstraße, der einzigen Staße in Cala Major. Auch wenn wir “Meerblick” hatten, war der Lärmpegel doch recht hoch. Hinzu kam, dass die Temperatur in unserem Zimmer gefühlte 50 Grad hatte!

Nach essentiellen Einkäufen wie Wasser und ein paar Nahrungsmittel haben wir eigentlich den großteil des Tages am Strand rumgepimmelt. Doch musste Kerstin sich beim ersten Kontakt mit dem Meer direkt eine Urlaubsverletzung zuziehen: Als sie ins Wasser gegangen ist, fand sie den einzigen Felsen in der Bucht – mit ihrem Zeh! Resultat war eine böse blaufärbung und dicke Schwellung – und ein 120 Euro teurer Arztbesuch in Palma, aber dazu “morgen”, am dritten Tag, mehr!
Ich habe mich lediglich mit ein bisschen Sonnenbrand an diesem Tage benügt. Trotz Sonnencreme und späterem Aufenthalt im Schatten…

Abends sind wir noch für ein Bierchen in die Bar des Hostals gegangen und dort mussten wir natürlichen einen Aussteiger aus Bonn / Bad Godesberg treffen! Der Typ lebt seit 11 Jahren hier auf Malle und war irgendwie wie der typische kölsche Kneipenbesucher, Kontaktfreudig und ein bisschen nervig… Anfangs hat er K. komplett als Mensch ignoriert, später hat er uns dann mallorquinische Kräuterschnäpse – Tunel heißt das Zeug – ausgegeben, das wie eine schlechte Version von Jägermeister schmeckt…
Sonst habe ich mich an Estrella (zu deutsch: Stern) gehalten, ein einheimisches Bier und K. hat Limon i Nada – Limone und Nix – für sich entdeckt, dass es auch als Limone mit Nix und Minze und als Limone mit Nix und Kardamon gibt, haha!
Die Thekenkraft an diesem Abend kam ursprünlich mal aus Franken, hat dann wohl schon mehrere Betriebe in mehreren Ländern erlebt und hier im la Mimosa auch schon drei Besitzer kommen und gehen sehen… Imposant an dieser Dame war jedoch, dass sie fließend zwischen Deutsch, Spanisch und Englisch hin und her wechselte und alle Gäste an diesem Abend problemlos abfertigen konnte!

Trivia:

  • Hostals sind Hotels OHNE Aufzug….
  • Mallorquiner streichen ALLES! Straßen, Wände, Pflanzen… später mehr!
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Mittwoch – Tag 1 – Die Seeflüsterin?

August 6, 2008

Pünktlichkeit ist der guten Deuschen Tugend! – Außer bei solchen Personenbeförderungsunternehmen wie der Bahn oder Flugunternehmen! Aber zum glück hielten sich unsere Wartezeiten noch in Grenzen, auch wenn der pünktliche Mensch mal wieder der gestrafte war…

Für mich als “Flugjungfrau” war der Flug richtig angenehm! Relativ ruhig und nur ein paar Turbulenzen (K. dürfte nun was anderes schreiben, haha!). Abflug war 12:40 und Ankunft 14:55. Schlussendlich waren wir dann mit unseren Rücksäcken beladen um ungefähr 16h aus dem Flughafen raus, mitten in 36° C Lufttemperatur!

Von den Preisen für öffentliche Verkehrsmittel auf Mallorca kann sich die ASEAG noch eine dicke Scheibe abschneiden: 1,80 € p.P. vom Aeroport nach Palma de Mallorca. Dort angekommen sind wir zunächst ein wenig ziellos über den Ring hin und her gelaufen, bis wir endlich die Orientierung und zusätzlich die Touristeninformation gefunden hatten. In der Touristeninformation war neben den Fremdenkorrespondenten auch Sicherheitspersonal anwesend, dass ziemlich rüde die Eintretenden darauf aufmerksam machten, dass z.B. telefonieren mit dem Mobiltelefon innerhalb der Information strengstens untersagt war. Unsgegenüber war das Personal recht reserviert, um nicht direkt zu sagen: Unfreundlich! Fragen wurden eigentlich nicht beantwortet und so verließen wir mit einer Karte von Palma, einer Karte von Mallorca und einer Liste der Hotels in und um Palma das Büro.

Draußen haben wir dann Preise und Wege abgewägt und uns für das HI Hostal, 8km außerhalb von Palma. wieder in Richtung Flughafen entschieden, zum Erfragen einer passenden Buslinie wieder in die Touristeninformation. Zum Glück gab man uns den Tipp erstmal im Hotel unserer Wahl anzurufen, weil innerhalb der Season doch die meisten voll belegt seien – wie auch das Hostel!
Und sowas wie Pensionen oder Privatleute, die Zimmer vermieten, “sowas gibt es auf Mallorca nicht”, so die unfreundliche Person hinter dem Tresen…

Als Alternative haben wir uns nun ein Doppel-Zimmer für 40€/Nacht in Cala Major, 8km außerhalb von Palma entschieden, doch diesmal in die andere Richtung, nach Westen in Richtung Magaluf.
Dank einem deutschen, der in Cala Major lebt, konnten wir auch an der richtigen Bushaltestelle aussteigen und uns auf die Suche nach der Straße des Hotels machen. Die Einheimischen selber zeigten sich dabei freundlicher und kooperativer, als die Beamten in der Touri-Info und konnten uns sogar eine “günstigere” Alternative zu unserem Hotel nennen, das Hostal La Mimosa!

Dort angekommen, hatten wir das “Glück”, dass wir ein freies Zimmer bekommen haben, aber mussten dies für mindestens 2 Nächte nehmen. 45€/Nacht, Frühstück und freier Internetzugang inklusive, Badezimmer exklusive, also auf dem Flur.
Das Zimmer selber war ein wenig dreckig und hatte an Stelle eines Badezimmers eine zugemüllte Abstellkammer…
Im “Badezimmer” schloss die Türe nicht richtig und als “Schloss” fungierte ein provisorischer Vorschieberiegel. Die Toilette ließ sich nicht spülen und lief ständig durch und die Dusche fiel bei Benutzung auseinander. Von den Silberfischen, so groß wie Katzen fange ich nun gar nicht erst an, haha!

Naja, egal. Hauptsache eine bleibe für die Nacht! Nachdem wir Quartier bezogen hatten, sind wir zum Strand spaziert. Aber scheinbar nicht zu Playa Cala Major, sondern zum Playa Cascarda (?), einer kleinen, etwas verdreckten Bucht, wo scheinbar nur Einheimische und Spanier waren, also sehr überschaubar!
Dort haben wir eine gebürtige Mallorquina getroffen, die uns über die heilende Kraft des Meeres erzählt , von der Fauna und Flora der Insel geschwärmt und mit einer Tüte und etwas Brot ein paar Fische für uns angelockt hat. Diese würde sich auch ab und zu fangen und dann zum Essen zubereiten.

An diesem Strand konnte ich es nicht lassen und musste direkt meinen ersten Stein auf Mallorca umdrehen und direkt unter diesem Stein habe ich eine fette, schwarze Mittelmeergrille von gut 4 cm gefunden (;

Zum Tagesabschluss haben wir uns in Cala Major selber, einer riesig langen Straße mit unglaublich vielen Touristen-Geschäften, eine Pizza vom Pizza Monkey gegönnt: Pizza Orangutan mit Chicken Curry, Ananas und Kokos! Verdammt lecker!
Diese haben wir dann in der kleinen und total unbeaufsichtigten Bucht von Cala Mayor gegessen und mit den Überresten eine zutrauliche wilde Katze gefüttert….

Trivia:

  • Wasser kostet bei Eskorsi nur ca. 20ct/1,5l, bei anderen Geschäften schon mal gerne 70ct.
  • Duschgel und Shampoo kosten dafür >3 €uro
  • Die Öffentlichen Verkehrsmittel sind verdammt billig!
  • Wohnen dafür recht teuer….
  • Jogger hier sind verdammt schnell!!
  • und viele Leute hier verdammt krass tattoowiert!
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Mitternachtsgedanken

August 6, 2008

So es ist Mitternacht , heute gehts los,… ich glaube ich fange mal an zu packen.

Keine Sorge ihr kennt mich ja, der ungefähre packplan für den Rucksack steht in einem Kopf schon fest , jetzt muss ich meinen Gedanken nur noch Ausdruck verleihen ;)

Erst jetzt realisiere ich, das es wirklich los geht. Nicht dass das nicht irgendwann im Hinterkopf schlummerte…

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12 Stunden übrig….

August 5, 2008

In etwas mehr als 12h geht unser Flieger! Grund genug, um den Tag noch mal reveu passieren zu lassen, und ein letztes Mal die Stirn sorgenvoll in Falten zu legen!

Heute standen die letzten Besorgungen an, so hat K. Katzenstreu für die Daheimgebliebenen (sowohl Pelzig als auch anders WG-besetzend) besorgt, ich habe meine Tiere alle noch mal gründlich versorgt (uns Sorgen macht man sich dennoch immer weiter), eine letzte Maschine wäsche wurde gewaschen und trocknet partiell immer noch vor sich hin, ich habe meinen Rucksack ca. 1000 Mal gepackt, entpackt, neugepackt und bin langsam aber sicher zufrieden.
Nun kommt das Gefühl auf: “Habe ich was vergessen?!?!” – Das kennt ihr doch sicherlich alle, oder?

Was mir über den Tag immer wieder Sorgen gemacht hat: “Mallorca ist keine Camperinsel!” – Und ich habe hier ein 5Kg schweres Zelt, das zudem auch relativ groß ist!
Wie verstaue ich das nun im Rucksack? Lohnt sich überhaupt die Mitnahme, wenn man am Ende nicht mal zelten kann oder darf?
Nach vielen Überlegen sind K. und ich zu dem Entschluss gekommen, dass wir das Zelt erstmal mitnehmen. Man kann immer mal einen Einheimischen Fragen, ob man den Vorgarten oder das Feld benutzen darf. Und im Notfall schließen wir es an einem Bahnhof in einem Schließfach ein!

Nun kamen aber die Probleme: Wie bringt man das Zelt unter? Dank Martins tollem Rucksack und seinem Hinweis auf die 10000 Taschen, Riemen und Laschen habe ich nun Iso-Matte und das Zelt frontal in der Hauptzone des Rucksacks fixiert. Gefühlt sind es ca 500 kg, die die Tasche nun wiegt. Aber nachher bei K. wird noch mal gewogen, damit wir sicher nicht über die 20 Kg Boardgepäck kommen!

Das ist aber jetzt das letzte Mal, dass ich die Stirn vor Sorgen in Falten lege! Wenn der Rucksack unter dem Höchstgewicht liegt, ist alles in Ordnung und wir können uns in die Sache stürzen! Planen kann man nun eh nix mehr und irgendwie werden wir schon durch kommen!
Außerdem: Wenn man sich jeden Tag auf’s neue Gedanken über den Schlafplatz machen muss, vergisst man als bald den Alltag, haha!

Nochmal Danke an Martin, Mack, André und Britta für den geliehenen Kram! Wir passen gut drauf auf, schlafen warm darin und machen schöne Bilder (;
Bis die Tage aus Malle!

Update: Eben meinen Rucksack gewogen: ~18Kg, also unter dem Maximalgewicht!